Krankheiten

Krankheit

Für den Begriff Krankheit gibt es keine allgemeingültige Definition. Verschiedene Modelle erklären den Begriff aus einer bestimmten Perspektive oder als das Fehlen von Gesundheit. Im Gegensatz zur Behinderung ist eine akute Krankheit in der Regel zeitlich begrenzt. Es gibt aber auch chronische Krankheiten, die nicht geheilt werden können und deren Behandlung in der Linderung der Symptome, der Erhöhung der Lebenserwartung oder -qualität besteht.

Verschiedene Aussagen zu dem Begriff ‚Krankheit‘

  •  Krankheit kann die subjektiv empfundene Lebensqualität des Betroffenen in einem individuellen Maß beeinträchtigen oder auch objektiv lebensbedrohlich sein.
  • Krankheit ist nicht lokal begrenzt, es ist immer der ganze Mensch krank. Daher soll nicht nur die Krankheit, sondern der ganze Mensch behandelt werden.
  • Krankheit betrifft nicht nur den Körper oder die Psyche oder den Geist, sondern stets Körper und Psyche und Geist.
  • Gesundheit und Krankheit sind Zustände menschlichen Befindens und Verhaltens, die durch die Gesellschaft beeinflusst werden und die selbst gesellschaftlich interpretiert werden.

Krankheit ist nicht (allein) das ist, was sie objektiv zu sein scheint, sondern wie sie subjektiv erlebt wird, was unter anderem durch das Verständnis in der Gesellschaft für diese oder jene Krankheit beeinflusst wird.

Geschichte

Seit undenklichen Zeiten versucht der Mensch, Krankheiten zu erklären, und seine Überzeugungen bestimmten sowohl die Rolle des kranken Menschen und des Heilkundigen, als auch das zu schaffende System der Pflege. Der primitive Mensch schrieb Krankheiten bösen Geistern zu und versuchte diese durch Zauberei auszutreiben oder ihren Zorn durch eine Opfergabe zu besänftigen.

Jahrhunderte später hielten die alten Kulturvölker – Ägypter, Babyloner, Inder, Chinesen, Griechen, Römer – die Krankheit noch für ein übernatürliches Phänomen. Der Heilkundige war gleichzeitig Magier oder Priester. Die Pflege wurde bei den Griechen in einem Tempel der Heilkunde ausgeübt, bei den Römern in Militärlazaretten.

Mit dem Aufkommen des Christentums wurden Kranke häufig von Angehörigen religiöser Orden und Gemeinschaften versorgt, so zur Zeit der Kreuzzüge von Mitgliedern des hochgeachteten Malteser- und Johanniterordens. Die Pflege wurde aus christlichem Erbarmen gegeben, und da man die Krankheit manchmal als gerechte Strafe für sündige Reue oder Tat ansah, schloß sie die Sorge um die Seele ebenso ein, wie das Bemühen um die Erleichterung körperlicher Qual. Es ging jedoch sogar soweit, daß die Heilung oder Schmerzreduzierung als Gotteslästerung ausgelegt und zur Verbrennung als Hexe führte. So wurden viele der „weisen Frauen“ durch die „männliche“ Kirche und „männliche“ Ärztewelt vernichtet (geschichtwissenschaftlich wird diese Interpetation nicht allgemein akzeptiert).

Neue Ideen, neue Entdeckungen und neue Erfindungen sorgten um das Jahr 1500 herum in Europa für einen deutlichen sozialen Wandel. In der späteren Renaissanceperiode und der folgenden Zeit wurden große Fortschritte in der Kenntnis der menschlichen Krankheiten und ihrer Behandlung gemacht. Der menschliche Körper wurde anatomisch und physiologisch bis in viele Einzelheiten studiert, was zu einem Teil erst durch die Erfindung des Mikroskops möglich wurde.

Im neunzehnten Jahrhundert gelang der Medizin der entscheidende Schritt über Magie, religiöse Heilung und Volksmedizin hinaus. Es wurde begonnen, systematische, objektive und verifizierbare Beobachtungen des Krankheitsverlaufs und des Behandlungserfolgs bzw. -mißerfolges durchzuführen. Das angesammelte Wissen wurde nicht mehr als etwas Endgültiges betrachtet. Es wurde erwartet, daß Beobachtungen und gezogene Schlüsse stets aufs Neue überprüft würden, um wirksamere Praktiken zu entwickeln. Bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts waren viele Erreger der häufigsten Infektionskrankheiten isoliert, womit der Ausgangspunkt gegeben war für die Entwicklung von spezifisch wirksamen Stoffen (Antibiotika, Impfstoffe), welche im menschlichen Körper bestimmte pathologische Mikroorganismen im Wachstum hemmen oder töten können.

Mit dem Aufkommen neuer, auf Tatsachen beruhender Erkenntnisse wurde es notwendig, die Theorie von einer einzelnen jeweiligen Ursache für eine bestimmte Krankheit fallenzulassen, ebenso die Vorstellung von Gesundheit und Krankheit als körperunabhängigen Zuständen, die nichts mit der individuellen Person zu tun hätten. Es ist jetzt allgemein anerkannt,dass der Gesundheits- oder Krankheitszustand nicht durch einen einzelnen Faktor, sondern durch viele Faktoren bestimmt wird, und zwar in verschiedenen Kombinationen für jedes Individuum.

Alterskrankheit

Es gibt keine eigentlichen Krankheiten, die nur speziell im Alter auftreten, wohl aber Erkrankungen, deren Entstehung durch biologische Alterungsprozesse und/oder schädliche Einwirkungen verursacht bzw. begünstigt werden. Alterskrankheiten werden die Krankheiten genannt, bei denen neben der absoluten Anzahl der betroffenen Personen auch der prozentuale Anteil an allen Todesursachen einer Bevölkerung relativ gleichmäßig bis ins höchste Alter ansteigt. Als „Altersgrenze“ gilt dabei in der Regel das 60. Lebensjahr.

Nur wenige Krankheiten treten nur oder fast nur im hohen Alter auf. Viele Krankheiten haben ihr häufigstes Auftreten bereits in Kindheit oder im Erwachsenenalter.

Oft beschränken sich die Erkrankungen nicht nur auf ein System und sind in ihrer Symptomatik kombiniert. In der Altenpflege finden wir nachfolgende Erkrankungen:

  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Erkrankungen der Haut
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates Gelenke
  • Erkrankungen der Atmungsorgane
  • Erkrankungen des Hormonsystems
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Erkrankungen der Psyche
  • Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems
  • Erkrankungen des Verdauungstraktes
  • Erkrankungen der Niere und Harnwege
  • Erkrankungen des Nervensystems
  • Erkrankungen der Sinnesorgane
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane

Der Verlauf von Krankheiten kann im Alter anders sein als bei jungen Patienten. Da die Abwehrkräfte oft vermindert sind, kann z.B. eine relativ leichte Erkrankung im Alter schwere Folgen haben (Beispiel: Erkältungen).

Kinderkrankheit

Typische Kinderkrankheiten sind:

Keuchhusten (Pertussis) (stakkatoartiger Husten)
Masern (fieberhafter Infekt der Luftwege mit typischem Hautausschlag)
Mumps (auch: Ziegenpeter) (Schwellung der Ohrspeicheldrüse an der Wange)
Poliomyelitis (Kinderlähmung)
Röteln (Hautrötung)
Windpocken (Bläschen auf der Haut)
Pseudo-Krupp (Probleme der Atemwege) lässt sich gegebenermaßen ebenfalls zu den Kinderkrankheiten zählen, wobei diese eher Anfallsmäßig auftritt und bei richtiger Therapie nach wenigen Minuten, Stunden komplett behoben sind.

Sehr oft handelt es sich dabei um Virus- oder bakterielle Infektionen. Gegen viele gibt es Schutzimpfungen, die zum Teil wiederholt oder aufgefrischt werden müssen.

Quelle: Pflege/Wiki/Krankheit